Was ist was...

Was ist was......

Wer mag, kann hier genauer nachschauen, was sich hinter so manchen Begriffen verbirgt. Dabei erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, vielmehr sind die Begriffe grob skizziert, zum Teil sehr reduziert dargestellt und auf das Angebot der Praxis Mondzimmer ausgerichtet. Hier sind außerdem Auszüge aus den gesetzlichen Grundlagen für die Finanzierung heilpädagogischer Leistungen für Kinder und Jugendliche hinterlegt.

                                                                                                                                                                                                    

Die Heilpädagogik 

hat sich ursprünglich behinderter Kinder und Jugendlicher angenommen und stand lange Zeit im Spannungsfeld von Soziologie, Psychologie, Medizin und Pädagogik. Seither hat sie sich immer weiterentwickelt und versteht sich heute als eine spezielle, praxisorientierte Disziplin der Pädagogik, die sich an Menschen jeden Alters richtet, die Beeinträchtigungen haben oder von solchen bedroht sind. Dabei unterstützt sie den Menschen ganz individuell, zum Teil mit therapeutischen Methoden. Sie begleitet Entwicklungsprozesse unter Berücksichtigung der Ressourcen des Menschen. Die Stärken stehen also im Vordergrund, nicht die Schwächen. Eine ganzheitliche Sicht ist das Fundament der Heilpädagogik, die sich inzwischen mit einer großen Methodenvielfalt an die  unterschiedlichsten Zielgruppen wendet. (Vgl.BHP: Berufsbild Heilpädagogin/Heilpädagoge, Berlin 2010)

Entspannungspädagogik

vermittelt Wege, seelische und körperliche Anspannung zu reduzieren, Stress abzubauen. Es gibt verschiedene Ansätze, wie zum Beispiel Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Bilderreisen, Elemente aus dem Snoezelen, Kombiangebote.


Wahrnehmungsförderung

Wahrnehmung heißt Aufnehmen und Verarbeiten von Reizen durch die verschiedenen Sinnesbereiche (fühlen, sehen, hören, riechen, schmecken) zur Orientierung des Menschen in seiner Umwelt (vgl. www.grin.com / fachartikel); hier wird der Mensch durch gezielte Förderung ganzheitlich unterstützt.

heilpäd. Entwicklungsbegleitung

Hier geht es für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und ihre Familien um ein gemeinsames Verstehen, Ressourcen entdecken, Entwicklung anstoßen mit dem Ziel, die Selbständigkeit zu fördern, dabei seht die Idee der Hilfe zur Selbsthilfe für die Familie im Vordergrund.


Rollenspiel

Im Rollenspiel können Erfahrungen verarbeitet, Verhalten gespiegelt, neue Handlungsstrategien entwickelt werden.


Gruppendynamik

s.o.: Die Arbeit in Gruppen als Methode eröffnet viele Möglichkeiten, Kompetenzen im Bereich von Kommunikation und Verhalten, aber auch im Bereich Selbst-/ Fremdwahrnehmung zu fördern; hier werden theoretische Modelle/ wissenschaftl. Erkenntnisse über gruppendynamische Prozesse berücksichtigt.

Das Einzelsetting

als Methode ermöglicht eine intensive, individuelle Unterstützung.   


Die Arbeit in Gruppen

als Methode eröffnet viele Möglichkeiten, Kompetenzen im Bereich von Kommunikation und Verhalten, aber auch im Bereich Selbst-/ Fremdwahrnehmung zu fördern.

Kunsttherapie

ist ein nonverbales Verfahren, in dem "die Bewusstseins- und Erlebnisweisen, aber auch die Verhaltensabläufe so konstelliert werden, dass es möglich wird, das Alltagsleben zu bewältigen." (www.therapie.de )

In der Kunsttherapie können bewusste und unbewusste Themen ausgedrückt werden, auch ohne Worte. Dieser kreative Ausdruck ermöglicht eine emotionale Entlastung. Die Arbeit mit dem Medium Kunst gibt außerdem eine Distanz und damit eine andere Perspektive zu dem Thema, das bearbeitet wird. Aus dieser Distanz heraus können eigene Muster erkannt, Konflikte gelöst und neue Strategien entwickelt werden. Die eigene Kreativität und Phantasie spielen dabei eine große Rolle und können weiterentwickelt werden. Diese Prozesse verlaufen zunächst im sicheren, wertungsfreien Rahmen der Therapie. Im Laufe der Zeit wird das Gelernte, meist unbewusst, in den Alltag integriert. Dabei stärken Erfolgserlebnisse und die Erfahrung von  Selbstwirksamkeit das Selbstvertrauen. Es werden Themen, Materialien und Techniken angeboten, die den Fähigkeiten und individuellen Bedürfnissen in der Situation entsprechen. Kunsttherapie kann im Einzelsetting und in der Gruppe angeboten werden.

Kommunikationsförderung

Kommunikation heißt "in Kontakt sein" – mit sich und mit anderen; hier wird in gezielter Interaktion eine Entwicklung zum positiven kommunikativen Kontakt angestoßen.


Systemischen Beratung und Kommunikationstheorie

- Systemische Beratung: hier wird der Mensch im Kontext seines sozialen Systems gesehen, eine ressourcenorientierte Vorgehensweise und Ziel-/Lösungsorientierung stehen in Vordergrund.

- Kommunikationstheorie auf der Basis von Friedemann Schulz von Thun, Paul Watzlawick, Kersten Reich: verschiedene Kommunikationsmodelle.

Förderung lebenspraktischer Fertigkeiten

...ist eine praxisnahe Unterstützung. Hier geht es darum, gemeinsam persönliche Kompetenzen zur Bewältigung des Alltags zu fördern und Maßnahmen zur Strukturierung des Alltags zu entwickeln, zum Haltgeben und zur Stärkung des Selbstvertrauens.


verhaltenstherapeutisch orientierte Konzepte

Bestärken von positiven Verhaltensweisen hilft, das Selbstvertrauen auszubauen, negative Verhaltensweisen können durch das Erleben von Konsequenzen abgebaut werden, klare Strukturen geben Sicherheit.


Teacch

steht für „Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children“ (dt.: Behandlung und pädagogische Förderung autistischer und in ähnlicher Weise kommunikationsbehinderter Kinder). Kernelemente dieser Arbeit sind das Strukturieren und Visualisieren.


interdisziplinäre Zusammenarbeit: fachlicher Austausch und Kooperation verschiedener Berufsgruppen zur sinnvollen Koordination von Hilfen und damit zur optimalen Unterstützung des Klienten/ Patienten.

                                                                                                                                                                                                         

Gesetzliche Grundlagen für die Finanzierung heilpädagogischer Leistungen für Kinder und Jugendliche


Das SGB XII regelt den Bereich der Sozialhilfe, im sechten Kapitel die Eingliederungshilfen für behinderte Menschen:

§ 53 Leistungsberechtigte und Aufgabe

(1) Personen, die durch eine Behinderung im Sinne von § 2 Abs. 1 Satz 1 des Neunten Buches wesentlich in ihrer Fähigkeit, an der Gesellschaft teilzuhaben, eingeschränkt oder von einer solchen wesentlichen Behinderung bedroht sind, erhalten Leistungen der Eingliederungshilfe, wenn und solange nach der Besonderheit des Einzelfalles, insbesondere nach Art oder Schwere der Behinderung, Aussicht besteht, dass die Aufgabe der Eingliederungshilfe erfüllt werden kann. Personen mit einer anderen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung können Leistungen der Eingliederungshilfe erhalten.

(2) Von einer Behinderung bedroht sind Personen, bei denen der Eintritt der Behinderung nach fachlicher Erkenntnis mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist. Dies gilt für Personen, für die vorbeugende Gesundheitshilfe und Hilfe bei Krankheit nach den §§ 47 und 48 erforderlich ist, nur, wenn auch bei Durchführung dieser Leistungen eine Behinderung einzutreten droht.

(3) Besondere Aufgabe der Eingliederungshilfe ist es, eine drohende Behinderung zu verhüten oder eine Behinderung oder deren Folgen zu beseitigen oder zu mildern und die behinderten Menschen in die Gesellschaft einzugliedern. Hierzu gehört insbesondere, den behinderten Menschen die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen oder zu erleichtern, ihnen die Ausübung eines angemessenen Berufs oder einer sonstigen angemessenen Tätigkeit zu ermöglichen oder sie so weit wie möglich unabhängig von Pflege zu machen.

(4) Für die Leistungen zur Teilhabe gelten die Vorschriften des Neunten Buches, soweit sich aus diesem Buch und den auf Grund dieses Buches erlassenen Rechtsverordnungen nichts Abweichendes ergibt. Die Zuständigkeit und die Voraussetzungen für die Leistungen zur Teilhabe richten sich nach diesem Buch. " (www.gesetze-im-internet.de)

§ 54 Leistungen der Eingliederungshilfe

(1) Leistungen der Eingliederungshilfe sind neben den Leistungen nach den §§ 26, 33, 41 und 55 des Neunten Buches insbesondere

1. Hilfen zu einer angemessenen Schulbildung, insbesondere im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht und zum Besuch weiterführender Schulen einschließlich der Vorbereitung hierzu; die Bestimmungen über die Ermöglichung der Schulbildung im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht bleiben unberührt. (www.gesetze-im-internet.de)


Das SGB VIII regelt die Kinder- und Jugendhilfe, im zweiten Kapitel, vierter Abschnitt die Hilfe zur Erziehung, Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche, Hilfe für junge Volljährige:

§ 27Hilfe zur Erziehung

"(1) Ein Personensorgeberechtigter hat bei der Erziehung eines Kindes oder eines Jugendlichen Anspruch auf Hilfe (Hilfe zur Erziehung), wenn eine dem Wohl des Kindes oder des Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet ist und die Hilfe für seine Entwicklung geeignet und notwendig ist.

(2) Hilfe zur Erziehung wird insbesondere nach Maßgabe der §§ 28 bis 35 gewährt. Art und Umfang der Hilfe richten sich nach dem erzieherischen Bedarf im Einzelfall; dabei soll das engere soziale Umfeld des Kindes oder des Jugendlichen einbezogen werden. Die Hilfe ist in der Regel im Inland zu erbringen; sie darf nur dann im Ausland erbracht werden, wenn dies nach Maßgabe der Hilfeplanung zur Erreichung des Hilfezieles im Einzelfall erforderlich ist.

(2a) Ist eine Erziehung des Kindes oder Jugendlichen außerhalb des Elternhauses erforderlich, so entfällt der Anspruch auf Hilfe zur Erziehung nicht dadurch, dass eine andere unterhaltspflichtige Person bereit ist, diese Aufgabe zu übernehmen; die Gewährung von Hilfe zur Erziehung setzt in diesem Fall voraus, dass diese Person bereit und geeignet ist, den Hilfebedarf in Zusammenarbeit mit dem Träger der öffentlichen Jugendhilfe nach Maßgabe der §§ 36 und 37 zu decken.

(3) Hilfe zur Erziehung umfasst insbesondere die Gewährung pädagogischer und damit verbundener therapeutischer Leistungen. Sie soll bei Bedarf Ausbildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen im Sinne des § 13 Absatz 2 einschließen. (4) Wird ein Kind oder eine Jugendliche während ihres Aufenthalts in einer Einrichtung oder einer Pflegefamilie selbst Mutter eines Kindes, so umfasst die Hilfe zur Erziehung auch die Unterstützung bei der Pflege und Erziehung dieses Kindes." (www.gesetze-im-internet.de)

§ 28 Erziehungsberatung

"Erziehungsberatungsstellen und andere Beratungsdienste und -einrichtungen sollen Kinder, Jugendliche, Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Klärung und Bewältigung individueller und familienbezogener Probleme und der zugrunde liegenden Faktoren, bei der Lösung von Erziehungsfragen sowie bei Trennung und Scheidung unterstützen. Dabei sollen Fachkräfte verschiedener Fachrichtungen zusammenwirken, die mit unterschiedlichen methodischen Ansätzen vertraut sind." (www.gesetze-im-internet.de)

§ 29 Soziale Gruppenarbeit

"Die Teilnahme an sozialer Gruppenarbeit soll älteren Kindern und Jugendlichen bei der Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensproblemen helfen. Soziale Gruppenarbeit soll auf der Grundlage eines gruppenpädagogischen Konzepts die Entwicklung älterer Kinder und Jugendlicher durch soziales Lernen in der Gruppe fördern." (www.gesetze-im-internet.de)

§ 35a Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche

(1) Kinder oder Jugendliche haben Anspruch auf Eingliederungshilfe, wenn

1. ihre seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für ihr Lebensalter typischen Zustand abweicht, und

2. daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist oder eine solche Beeinträchtigung zu erwarten ist.

Von einer seelischen Behinderung bedroht im Sinne dieses Buches sind Kinder oder Jugendliche, bei denen eine Beeinträchtigung ihrer Teilhabe am Leben in der Gesellschaft nach fachlicher Erkenntnis mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist. § 27 Absatz 4 gilt entsprechend.

(1a) Hinsichtlich der Abweichung der seelischen Gesundheit nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 hat der Träger der öffentlichen Jugendhilfe die Stellungnahme

1. eines Arztes für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie,

2. eines Kinder- und Jugendpsychotherapeuten oder

3. eines Arztes oder eines psychologischen Psychotherapeuten, der über besondere Erfahrungen auf dem Gebiet seelischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen verfügt,

einzuholen. Die Stellungnahme ist auf der Grundlage der Internationalen Klassifikation der Krankheiten in der vom Deutschen Institut für medizinische Dokumentation und Information herausgegebenen deutschen Fassung zu erstellen. Dabei ist auch darzulegen, ob die Abweichung Krankheitswert hat oder auf einer Krankheit beruht. Die Hilfe soll nicht von der Person oder dem Dienst oder der Einrichtung, der die Person angehört, die die Stellungnahme abgibt, erbracht werden.

(2) Die Hilfe wird nach dem Bedarf im Einzelfall

1. in ambulanter Form,

2. in Tageseinrichtungen für Kinder oder in anderen teilstationären Einrichtungen,

3. durch geeignete Pflegepersonen und

4. in Einrichtungen über Tag und Nacht sowie sonstigen Wohnformen geleistet.

(3) Aufgabe und Ziel der Hilfe, die Bestimmung des Personenkreises sowie die Art der Leistungen richten sich nach § 53 Absatz 3 und 4 Satz 1, den §§ 54, 56 und 57 des Zwölften Buches, soweit diese Bestimmungen auch auf seelisch behinderte oder von einer solchen Behinderung bedrohte Personen Anwendung finden.

(4) Ist gleichzeitig Hilfe zur Erziehung zu leisten, so sollen Einrichtungen, Dienste und Personen in Anspruch genommen werden, die geeignet sind, sowohl die Aufgaben der Eingliederungshilfe zu erfüllen als auch den erzieherischen Bedarf zu decken. Sind heilpädagogische Maßnahmen für Kinder, die noch nicht im schulpflichtigen Alter sind, in Tageseinrichtungen für Kinder zu gewähren und lässt der Hilfebedarf es zu, so sollen Einrichtungen in Anspruch genommen werden, in denen behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam betreut werden."

(www.gesetze-im-internet.de)



  © Kornelia Janssen - Praxis Mondzimmer - Neukirchen-Vluyn

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